Ansprache von Ottó Heinek, Vorsitzender der LdU zum Anlass der Namensgebung

Sehr geehrter Herr Direktor, liebe Pädagogen, Schülerinnen und Schüler!

Ich freue mich sehr, dieser Feier heute beiwohnen zu dürfen, und das aus mehreren Gründen.

Dass dieser Projekttag auch mit der offiziellen Namensgebungsfeier der Schule verbunden ist, hat eine symbolische Bedeutung, und das ist der wichtigste Grund für die Freude. Denn Valeria Koch, die – wäre sie nicht so früh von uns gegangen - morgen ihren 56. Geburtstag feiern würde, vereint in ihrer Person und in ihrem Lebenswerk gerade das, wofür auch die Bildungspolitik dieser Schule - und auch die des Schulträgers - steht: Valeria Koch ist der beste Beweis dafür, dass Tradition und Moderne, Bodenständigkeit und Weltoffenheit einander nicht ausschließen, sondern bereichern.

„Geschlechtlich bin ich Mensch und Weib
lieb Pferde und Geschwindigkeit
klare Worte kühne Taten

Wüstenwind und die Karpaten
mit viel Mitleid und ohne Haß
das wär’s für heut: Wollt Ihr noch was?“ – schreibt sie in ihrem „Sonett auf selbstbewußte Art“ 1992.


Valeria Koch als Namensgeberin zu wählen ist sicherlich auch deshalb eine gute Entscheidung der Schulleitung gewesen, weil ihr Lebensweg ein Beispiel für viele Schülerinnen und Schüler dieser Einrichtung sein kann: auch aus einfachen Verhältnissen eines kleinen Dorfes kommend kann man durch Bildung viel erreichen, man muss nur mit dem Talent, das in jedem Menschen schlummert, richtig umgehen können. Valeria Koch hatte Talent zum Schreiben, zum Dichten. Dichter sind Seher, die uns etwas von dem Möglichen erzählen, sagt Friedrich Nietzsche.
Ich bitte Sie, sich mit diesem Gedanken im Hinterkopf mit der Dichtung und der Person Valeria Kochs auseinanderzusetzen. Sie werden viel Freude daran haben!

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Fünfkirchen, am 22. April 2005