Zuerst möchte ich mit einer Erklärung
beginnen. Ich habe mich nur schwer für diese Ansprache
entschieden. Es bleiben nämlich von den 52 Schülerinnen und
Schülern der 8. Klasse 80 Prozent, 42 Mädchen und Jungen in
diesem Gebäudekomplex, sie ziehen nicht einmal in einen
unbekannten Teil des Hauses, da sie auch früher viele ihrer
Unterrichtsstunden im Gymnasium hatten. Sie nehmen weder von mir noch
von ihren Lehrerinnen und Lehrern Abschied. Wozu dann dieser Aufwand,
diese feierliche Veranstaltung? Was ändert sich mit diesem
Tag?
Das zu modifizierende Schulgesetz wird wieder die
achtklassige Grundschule stärken. Damit wird der Schulwechsel
nach der achten Klasse legitimiert, offiziell anerkannt. Und es ist
richtig so. Änderungen werden eintreten in den letzten Phase der
schulischen Bildung, es werden neue Akzente gesetzt, die Vorbereitung
auf den späteren Beruf bekommt eine größere
Bedeutung, ihr könnt mit einem Anstieg der Anforderungen
rechnen. Und in dieser Hinsicht ist es gleichgültig, wo ihr
euere schulische Laufbahn fortsetzt. Hoffentlich seid ihr darauf
sowohl psychisch als auch physisch hier im DUSCH gut vorbereitet
worden.
Ich versuchte euere Klassenleiter für die
Abschiedsworte zu gewinnen. Von ihnen als Klassenlehrer werden
nämlich auch die hier Bleibenden Abschied nehmen. Ich kann sie
sehr gut verstehen, weil es nicht üblich ist, weil sie nicht
gewohnt sind, daß sie Ansprachen halten, sie bevorzugen lieber
den vertrauten Kreis der Klassengemeinschaft, in der ihr die Worte
für den weiteren Weg von ihnen hören werdet.
Zwei Gründe
bewegten mich doch bei meiner Entscheidung. Ihr, Euere Eltern wollten
diese feierliche Gestaltung des Lebewohls. Das Ende des achten
Schuljahrs ist trotz Wechsel oder Hierbleiben ein Einschnitt. Die
Klassengemeinschaften werden sich neu gestalten, da auch aus anderen
Grundschulen neue Schülerinnen und Schüler dazukommen, und
die Zusammensetzung der beiden neuen Klassen wird auch nicht mehr die
alte bleiben.
Der triftigste Grund war aber, daß sich zehn
Schüler, ihre Eltern für den Wechsel entschieden haben.
Obwohl ich gut weiß, daß wir sie nicht ganz verlieren
werden, daß wir sie an unseren Veranstaltungen treffen können,
daß die starken Bande von nun an nicht gelöst werden
können, doch werden sie ab September hier in diesem Schulhaus
nicht präsent sein. Mögen euch verschiedene Motive zu
euerer Entscheidung geführt haben, möchten wir hoffen, daß
ihr die Werte, die euch hier vermittelt worden sind, nicht vergessen
werdet, die vielfältigen Aktivitäten, die Zusammenarbeit an
den Projekttagen, die Kultur- und Sportveranstaltungen, die
gemeinsamen Feiern, die Einweihung des Schulzentrum, das Jubiläum.
Ihr alle 52 seid mit dieser neuen Einrichtung herangewachsen. Das
kann man nicht mit dem Schul- oder Schulstufenwechsel vergessen.
Ihr
seid die ersten Achtkläßler, die im September 1991
größenteils hier begonnen habt. Erinnert ihr euch noch an
den ersten Schultag, ohne Deutschlehrerin in den ersten paar Tagen?
Wir Lehrerinnen und Lehrer tun es schon. Als mich Dani angesprochen
hat: "Ich kenne dich, du hast meinen Onkel am Leöwey-Gymnasium
unterrichtet." Als Babi-néni mit Euch auf dem Schulhof
gespielt hat. Dann die schönen Programme beider Klassen in der
Unterstufe, die guten Lernerfolge, Durchschnitte, die Freiarbeit mit
Zsoka-néni, die landesweit als lernorganisatorische Methode
bewundert wurde, die schönen Zeichnungen und Ungarischstunden
mit Kati-néni und Edit-néni, die Klassenleiterstunden,
in denen ihr euch ernst über Politik und Leben auseinandergestzt
habt, dann die sportlichen Leistungen der Mädchen der A-Klasse
im Baskettball, die Jungen der B-Klasse im Fußball, die
Tanzvorführungen der Mädchen vor paar Jahren, der Backofen
der A-Klasse auf dem Schulgelände als Denkmal der Projekttage
1998 und die Kochrezepte der B-Klasse, die Spuren, die Fußstapfen
der Karateübungen von Reka an der Wand der Mädchentoilette,
die besonderen Erlebnisse, die wir durch die Aufführungen der
Theater-AG gewonnen haben, die Wettbewerbs-ergebnisse von Judit,
Esther, Augustin und Zsolt, die ergreifende Abschiedsfeier der
B-Klasse heute und nicht zuletzt meine schwierigen doch
unvergeßlichen Geschichtsstunden in der A-Klasse. Diese
subjektive Aufzählung erschöpft nicht ganz die Erlebnisse,
die wir als Klassenlehrer, Lehrerinnen, Lehrer, Direktor mit euch
genießen konnten. Wir hoffen nur, daß dadurch die
menschlichen Bande zwischen gleich- oder ähnlich Gesinnten
gestärkt wurden. So haben wir Eltern, Lehrerinnen und Lehrer,
Schülerinnen und Schüler unser Ziel erreicht. Mit dem
großen Dichter Endre Ady können wir sagen:
"Ha
élet zengi be az iskolát,
Az élet is derűs
iskola lesz.
S szent frigyüket így folytatják
tovább."