Válogatás ünnepi beszédekből: Lénárt Éva - Szalagavató 2000

Válogatás ünnepi beszédekből: Szabó Luca (12.A) - Ballagás 2000

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Az Iskola nyitólapja

János Flodung - Bandweihe 2000

Liebe Abiturienten,

Ich habe euch vor ungefähr zweieinhalb Jahren zum erten Mal unterrichtet und bin seit September 1999 euer Klassenleiter. Ich habe euch kennenlernen dürfen, euren Optimismus gespürt, wenn ihr über eure Zukunftsvorstellungen gesprochen habt, eure Träume und Wünsche mir anvertraut habt. Das Schicksal hat uns zusammengeführt und ich bin dankbar dafür.
Der heutige Abend steht für eine absolvierte Etappe in eurem Leben und ihr bastelt bereits an eurer eigenen Zukunft. Ihr seid die Glücklichen dieser Welt, die im Jahr 2000 nach unserer Zeitrechnung ihre Reifeprüfung ablegen dürfen.
Was verstehen wir eigentlich unter Zeit? Sind das die vier Monate, die ihr noch bis zum Abitur habt, sind das die achtzehn Jahre eures bisherigen Lebens oder sind das die glücklichen Stunden, eingefangen im Moment. Um sich dem Phänomen Zeit zu nähern, muss man sich zunächst von ihm entfernen, zu ihm auf Distanz gehen. Doch nichts ist schwieriger, als Alltagserfahrungen, eingeschleifte Verhaltensmuster erstens bewusst zu machen und zweitens zu reflektieren.
Bei uns wird Zeit als ein wertvolles Gut betrachtet, als begrenzte Ressource, die es zu nutzen gilt. Dieses Verständnis wird in sprachlichen Metaphern deutlich. Wir können Zeit verbringen, verschwenden, investieren, sparen, vergeuden. Es fällt auf, dass diese Verben in enger Verbindung mit "Geld" stehen, was in dem Ausspruch "time is money" zum Ausdruck kommt. Aber Zeit ist auch eine subjektive Grösse. Das subjektive Erleben von Zeit ist immer eine Projektion innerer Vorgänge und eigener Weltdeutungen. Da Leben "in der Zeit ist" und durch die Zeit begrenzt wird, verknüpfen sich diese Fragestellungen von Zeit und Lebensbedeutung.
Durch die mannigfachigen Bedeutungszuweisungen zum Begriff Zeit können wir ein vielschichtiges Wirklichkeitsverständnis erwerben. Wir müssen den eigenen Umgang mit der Zeit reflektieren, um zu erkennen, wie kostbar sie ist. Wie könnt ihr euer Leben im Spannungsfeld von kulturell vorgegebenen Zeitordnungen und - reglementierungen einrichten? Welchen Raum können subjektive Zeitrythmen und -bedürfnisse in diesem Rahmen einnehmen?
Michael Endes 1973 erschiener Roman "Momo" meint: "Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen. Und je mehr Menschen daran sparten, desto weniger hatten sie". Er kritisiert die Herrschaft der so lange bewunderten linearen Zeit als einengende Einseitigkeit unserer Zivilisation. Die ständige Steigerung des Tempos mit zunehmender zeitlicher Vernetzung führt zur Verplanung des Lebens. Spielräume für freie Entfaltung und Entscheidung, für die Spontaneität, Überraschung und Abwechslung sind eingeschränkt. Es gibt ein grosses und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran Teil, jeder kennt es, aber die wenigsten denken darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen darüber. Das Geheimnis ist die Zeit. Es gibt Kalender und Uhren, um sie zu messen, aber das will wenig besagen, denn jeder weiß, dass einem eine einzige Stunde wie eine Ewigkeit vorkommen kann, mitunter kann sie aber auch wie ein Augenblick vergehen - je nachdem, was man in dieser Stunde erlebt. Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.

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