Gedenken an die Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen
Gedenken an die Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen
Am Freitag, dem 16. Januar, gedachten wir an unserer Schule der Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen anlässlich des Gedenktages am 19. Januar, der sich in diesem Jahr zum 80. Mal jährt.
In der ersten Unterrichtsstunde hielten wir nach einer kurzen Gedenkrede der Hauptdirektorin eine stille Erinnerung ab: Zwei Schülerinnen bzw. Schüler jeder Klasse entzündeten Kerzen und legten Blumen zum Gedenken an die Verschleppten und Vertriebenen nieder, um unsere Achtung und unser Mitgefühl auszudrücken.
In der dritten Stunde nahmen alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 bis 12 am feierlichen Programm teil. Ehrengast der Veranstaltung war Ibolya Hock-Englender, ehemalige Schulleiterin unserer Schule und Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, die in einer bewegenden persönlichen Geschichte das Schicksal ihrer Familie schilderte. In ihrer Rede sprach sie über die menschenzehrenden Jahre der Zwangsarbeit von Frauen, über Überleben, Durchhaltevermögen und die tragende Kraft starker familiärer Bindungen. Sie betonte, dass es unsere Verantwortung sei, das deutsche Sprach- und Kulturerbe weiterzutragen und nicht verloren gehen zu lassen, wenn es unseren Vorfahren selbst unter großen Opfern gelungen ist, es zu bewahren.
Anschließend stellte Lehrerin Nóra Tóth-Rutsch in einer anschaulichen Präsentation den historischen Hintergrund der Verschleppung und Vertreibung vor, gestützt auf Archivquellen sowie persönliche Interviews mit Überlebenden, und brachte den Schülerinnen und Schülern die dramatischen Ereignisse jener Zeit näher.
Den Abschluss des Festprogramms bildete die Aufführung der Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe. Das Theaterstück wurde durch Gedichte, deutsche Volkslieder und traditionelle Trachten besonders eindrucksvoll gestaltet. Auf der Bühne erschien ein Bündel als Symbol für das Schicksal jener Menschen, die ihrer Heimat, ihres Landes und ihres Besitzes beraubt wurden und gezwungen waren, mit nur einem einzigen Bündel persönlicher Habseligkeiten ins Ungewisse aufzubrechen. Viele Werte jedoch ließen sich nicht einpacken…
Dennoch endete das Stück mit einer positiven, hoffnungsvollen Botschaft: der Feststellung, dass die deutsche Kultur bis heute lebt und weitervererbt wird. Den würdigen Abschluss des Gedenkens bildete das Theaterstück der Zwölftklässler. Mitwirkende waren: Márton Arató, Krisztina Barna, Kira Hergert, Emma Illés, Johanna Józsa, Júlia Jászberényi, Kata Zita Kovács, Júlia Nagy, Ludovika Franziska Pencz-Amrein, Ádám Steigervald, Gábor Varga, Áron Vitényi und Barbara Werner.
Für das Zustandekommen und den Erfolg der hochwertigen Aufführung danken wir Frau Hauptdirektorin Ágnes Amrein-Pesti, Lehrerin Adrienn Szigriszt, Lehrer Gábor Halmi, József Weigert, dem Leiter des Pädagogischen Zentrums, sowie Mátyás Amrein, Mitarbeiter der PTI Communications Kft. Ihrer Arbeit ist es zu verdanken, dass eine Aufführung entstehen konnte, die die Botschaft des Gedenkens würdig bewahrte und vermittelte.



