S C H U L G E S C H I C H T E


1989

Auf Initiative der Eltern und der Deutschlehrer sowie Mitglieder des Fünfkirchner Nationalitätenvereins beschließt die Selbstverwaltung der Stadt Pécs/Fünfkirchen, in der Tiborc-Schule eine Minderheitenschule für die Ungarndeutschen zu gründen.



1991-92

7 Deutschlehrer ziehen mit den zweisprachigen Klassen aus der Innenstädtischen Schule in die Tiborc-Schule um; 60 Erstklässler werden aufgenommen.

Laut Beschluß der Selbstverwaltung wird die Tiborc-Schule nach und nach in eine zweisprachige Schule umgewandelt. Mit der Leitung der Umstellung beauftragte die Stadtverwaltung die stellvertretende Direktorin Éva Fáth-Varga.



1992

Der Schulträger ernannte Dr. Gábor Frank zum Direktor. Der neue Schulleiter nahm die Errichtung eines zweisprachigen Schulzentrums (Grundschule und Gymnasium) in sein Programm auf.



25. 11. 1993

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Pécs/Fünfkirchen fasste den Beschluss, neben das Grundschulgebäude in der Tiborc-Straße auch ein Gymnasialgebäude zu errichten. Das entstehende Schulzentrum soll dem zweisprachigen Minderheitenunterricht dienen. Für die Finanzen kam die Stadt Pécs/Fünfkirchen (60 %) und der ungarische Staat (40 %) auf. Die Baupläne von Zorán Patartics wurden angenommen.



1994

Das Gymnasialgebäude wurde im November fertiggestellt.

Seit September heißt die Schule: Ungarisch-Deutschsprachiges Schulzentrum, und besteht aus einer achtklassigen Grundschule und einem vierklassigen Gymnasium.



1995

Im Januar fand die Einweihung der deutschen Schulbibliothek "Ruth Hübner Lukes" statt. (Sie war Fachberaterin für Südungarn im deutschen Gastlehrerprogramm und verstarb unter tragischen Umständen.) Die Bücher sind ein Geschenk der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland im Wert von 6.000 DM, die von dem Botschafter Dr. Otto-Raban Heinichen in feierlichem Rahmen überreicht wurden.

Im Frühjahr begannen die Bauarbeiten der Mehrzweckhalle (Sporthalle, Bühne).

Am 12. Oktober erfolgte die feierliche Einweihung des Schulzentrums. Staatssekretär Csaba Tabajdi und Bürgermeister Dr. Zsolt Páva durchschnitten das rot-weiß-grüne Band und übergaben das Gebäude den Schülern und Lehrern. Das erste Jahrbuch der Schule erschien.



1996

Neue Schulpartnerschaften wurden mit dem 10. Obergymnasium in Berlin-Marzahn (heute Mahathma-Gandhi-Gymnasium) und mit der Orientierungsstufe Neuperlach in München geschlossen. Es wurden aber auch die Austauschprogramme mit den früheren Partnerschulen fortgesetzt, so mit den CJD Schulen in Berchtesgaden und Droyßig, sowie mit der Volksschule Gnas in der Steiermark.

Aus dem Anlaß des Millezentenariums der Landnahme des ungarischen Volkes beschäftigte sich jede Klasse mit diesem Thema als Projekt und präsentierte das Ergebnis vor einer Jury, die aus Experten bestand.



1997

Die deutsche Selbstverwaltung der Stadt Pécs/Fünfkirchen verlieh der stellvertretenden Direktorin Irene Heinemann-Nagy die Auszeichnung „Für das Deutschtum in Fünfkirchen”.

Eine neue Schulpartnerschaft schloss das UDS mit dem Wertheimer Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium.

Im April fuhr die Theatergruppe und der Chor des Gymnasiums nach Kovászna im Seklerland-Siebenbürgen/Rumänien. Die beiden Schulleiter Ede Becsek, Direktor des ungarischsprachigen Kőrösi-Csoma-Lyceums und Dr. Gábor Frank unterschrieben die Schulpartnerschaftsurkunde.

Ende Mai ist zum traditionellen Pfingstfestival (eine traditionelle, feierliche Veranstaltung der Ungarndeutschen) die Bühne der Mehrzweckhalle durch finanzielle Unterstützung des Minderheitenamtes fertiggestellt worden.

Ab September fängt eine erste Klasse in der Grundschule mit dem einsprachigen Muttersprachenunterricht an.



1998

Mitte Januar fand am Gymnasium die erste Bandweihe für die Abiturienten statt. Mit diesem traditionellen feierlichen Akt, dem Faschingsball werden die Jugendlichen an die zukünftigen Aufgaben im Rest des Schuljahrs erinnert.

Im Februar bestanden die Zwölfklässer die DSD-Prüfung (Deutsches Sprachdiplom) II erfolgreich.

Verbunden mit dem traditionellen Pfingstfestival präsentierten alle 24 Klassen ihr Nationalitätenprojekt „Ein Dorf – eine Klasse”.

Das Pädagogische Programm und der Lokale Lehrplan des Schulzentrums wurde erarbeitet und vom Schulträger begutachtet.

Im Mai verabschiedeten sich die Abiturienten vom Schulalltag und bereiteten sich auf das schriftliche und mündliche Abitur vor. Die Klassen bestanden die Abiturprüfung mit sehr guten Ergebnissen. 86 % der Abiturienten erwarben sich einen Studienplatz.

Im November feierten wir das 5jährige Bestehen des Schulzentrums. Zur Jubiläumsfeier waren die Vertreter zehn ausländischer Partnerschulen eingeladen. Zu diesem Anlaß veröffentlichten wir auch ein Jahrbuch.



1999

Die Deutsche Selbstverwaltung der Stadt Pécs/Fünfkirchen verlieh der Leiterin der Fachlehrer für deutsche Sprache und Literatur am Gymnasium, Ibolya Hock-Englender die Auszeichnung „Für das Deutschtum in Fünfkirchen”. Im Frühjahr wickelte eine Gymnasialklasse einen erfolgreichen Klassenaustausch mit einer Schweizer Schule in Russikon ab.

Die Abiturienten verließen nach einer gut gelungenen Prüfung die Schule, wurden an Universitäten und Hochschulen zum Studium aufgenommen. Dies gelang in diesem Jahr 83 % der Absolventen.

Mit finanzieller Unterstützung einer Gemeinnützigen Stiftung übersetzten und illustrierten die Schüler die Gedichte des Pécser Schriftstellers László Bertók aus dem Ungarischen ins Deutsche. Der Band erschien zweisprachig „Ceruzarajz-Skizze”.

Der Unterrichtsminister verlieh dem Schulleiter Dr. Gábor Frank und seiner Stellvertreterin Anna Lafferton-Tóth die Auszeichnung „Goldener Katheder”.

Die Stadt Pécs/Fünfkirchen überreichte der Unterstufenlehrerin Sarolta Haraszti die Auszeichnung „Verdienst-volle Lehrerin der Stadt Pécs”.

Im September begann eine Gruppe der Drittklässler nach zwei Jahren Zweisprachigkeit ihren Schulalltag im einsprachigen Unterricht zu gestalten und zu verbringen.

Im Herbst wurde eine neue Schulpartnerschaft mit dem Deutschen Gymnasium in Apenrade (Nordschleswig in Dänemark) geschlossen.



2000

Die deutsche Selbstverwaltung der Stadt Pécs verlieh dem Schulleiter Dr. Gábor Frank und seiner Stellvertreterin Anna Lafferton-Tóth die Auszeichnung „Für das Deutschtum in Fünfkirchen”.

Die Schüler der Oberstufe unter der Leitung von Gastlehrer Rüdiger Schulz-Marquardt schalten sich in die Durchführung eines SOCRATES-Projektes ein. Mit Schülern aus Berchtesgaden (Deutschland) und Hermannstadt (Rumänien) arbeiten sie am Projektthema „Die Donau – eine europäische Lebensader”.

Deutschlehrer des Schulzentrums arbeiten im Auftrag des Unterrichtsministeriums den Rahmenlehrplan für alle Formen des deutschen Minderheitenunterrichtes aus.

Für hervorragende Vorbereitung der Schüler auf den Landeswettbewerb in deutscher Sprache und Literatur für Minderheitenschulen erhielt Deutschlehrerin Elisabeth Zwickl die Urkunde des Unterrichtsministers.

Im Millenniumsjahr der ungarischen Staatsgründung nahmen Schüler und Lehrer an zwei Schulausflügen teil.

  • Im Mai fand ein Besuch der Burg von Pécsvárad statt, verbunden mit der Aufführung unserer Theatergruppe über István den Heiligen.

  • Im November fuhr die ganze Schulgemeinschaft nach Budapest und besichtigte die Heilige Krone im Parlament.

Nach der Abiturprüfung erwarben 88 % der Absolventen einen Studienplatz an Universitäten und Hochschulen.

Die Gymnasialschüler arbeiten ab Oktober an einem internationalen SOCRATES-Projekt mit Pariser und Berliner Schülern zusammen. Das Projekt trägt den Titel „Der Euro – mehr oder weniger Freiheit für die Bürger in Europa”.

Das Lehrerkollegium gewann bei einem Preisausschreiben des Unterrichtsministeriums die Möglichkeit, das Qualitätsicherungssystem auf schulischer Ebene auszuarbeiten. Die Durchführung des Projektes dauert fast 2 Jahre.

Der Schulträger, die Stadtverordnetenversammlung von Pécs, schloß die zwei ungarndeutschen Kindergärten in der Dugonics Straße und in der Szőnyi Straße unserer Schule an, um die Erziehung der ungarndeutschen Kinder an einer Bildungseinrichtung zu ermöglichen.



2001

Im April kaufte die LdU- mit der finanziellen Unterstützung aus Süd-Tirol, des Unterrichtsministeriums und der Stadt Pécs - das GYIVI Gebäude, wo ein Schülerheim und ein Fortbildungszentrum eingerichtet wird.

Ende April veranstalteten wir die Valeria Koch Gedenktage.

Für hervorragende Vorbereitung der Schüler auf den Landeswettbewerb in deutscher Sprache und Literatur für Minderheitenschulen erhielt Deutschlehrerin Ibolya Englender Hock die Urkunde des Unterrichtsministers.

Auf dem traditionellen Pfingstfestival führten die Schüler eine traditionelle ungarndeutsche Hochzeit, unter der fachlichen Leitung der Lehrerin Maria Frey, auf.

Im Dezember fand die Wanderveranstaltung „Herzliche Grüße” aus dem Anlaß des Jahres der Sprachen in Europa in der Sporthalle statt. Die Austellung konnte durch die Vermittlung des Goethe Instituts in unserer Schule eingerichtet werden, ist aber von vielen Schulen der südungarischen Region besucht worden.

Die erste gemeinsame Weihnachtsfeier der ungarndeutschen Bildungseinrichtungen der Stadt hielten wir auf Iniative der Deutschen Selbstverwaltung an unserer Schule.



2002

Im März kamen die Schüler und Schülerinenn des Deutschen Gymnasiums in Apenrade / Nordschleswig zum ersten Schüleraustausch zu uns.

Im April hielten wir das erste Treffen der ungarndeutschen Gymnasien an unserer Schule, um damit eine alte Tratidtion wieder ins Leben zu rufen.

An den Pädagogischen Tagen im Frühjahr präsentierren die Kolleginnen Mária Flódung, Ildikó Papp und Anita Reil, das von ihnen geschriebene Lehrbuch „Bunte Welt” für die 1. und 2. Klasse der Unterstufe.

Die Grundschule gestaltetet ein buntes Programm einer Kirmes (Kirchenfest), als Jahresprojekt der Klassen.

Im September begann eine 13. Klasse, die Berufsbildung für Außenhandelsassisitenten.

Im Oktober wirkten unsere Schüler mit der Schauspielerin Ildikó Frank zusammen am Lyrikabend „Valeria Koch” der Internationalen Literaturwissenschaftlichen Tagung, mit.



2003

Ein Wandkalender mit Zitaten aus Valeria Kochs Gedichten und Zeichnungen der Schüler und Schülerinnen ist für das Kalenderjahr 2003 unter der Leitung des Zeichenlehrers Gábor Varga zusammengestellt worden.

Die Deutsche Selbstverwaltung der Stadt verlieh der Grundschuldirektorin Éva Fáth-Varga die Auszeichnung „Für das Deutschtum in Fünfkirchen”,

Die Grundschule präsentierte im Februar ihr Faschingsprojekt mit Bräuchen, Tanz und Musik, das Gymnasium im April sein Projekt „Eine Klasse ein Dorf”.

Im September zogen Schülerinnen und Schüler ins neue Schülerwohnheim Valeria-Koch ein. Der Träger, die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, errichtet das moderne Heim für 100 Schüler und Schülerinnen mit finanzieller Unterstützung des deutschen BMI, der Autonomen Region Trentino-Südtirol, des ungarischen Unterrichtsministeriums, der Hermann-Niermann-Stiftung, sowie der Stadt Pécs und des Komtitats Baranya.

Das Schülerwohnheim leitet Dr. Gábor Frank.

Im Dezember kam es zur Veranstaltung „Advent in der Basilika”. Unsere Kindergärten und Schulen wirkten mit einem niveauvollen zweisprachigen Programm mit.



2004

Die Vorbereitung zur Übernahme der Trägerschaft unserer Bildungseinrichtung durch die LdU wird in die Wege geleitet.

Aus dem Anlaß Ungarns Eintreten in die Europäische Union organisierte unsere Grundschule ein Chortreffen mit Teilnahme der Chöre ungarndeutscher Grundschulen, sowie des Blasorchesters der Partnerschule aus Berchtesgaden. Das großangelegte musikalische Programm wurde auf dem Theaterplatz in der Stadt abgewickelt.

Die Tanzgruppe der Grundschule unter der Leitung von Lehrerin Judit Mausz erwarb beim Landesentscheid eine Goldmedaille, verbunden mit der Einladung zum Auftritt im Galaprogramm der Deutschen Selbstverwaltungen in Budapest.

Das Pädagogische Programm, der Lokale Lehrplan, das Organisations- und Funktionsstatut, die Hausordnung der Bildungseinrichtung mußte wegen der Modifizierung des Unterrichtsgesetzes ergänzt werden.

Ab dem 1. Juli übernahm die Trägerschaft unserer Bildungseinrichtung die LdU.

Zur Namenspatronin der Kindergärten und Schulen wurde die frühverstorbene ungarndeutsche Dichterin Valeria Koch gewählt. Mit der Schulleitung ist auch weiterhin Dr. Gábor Frank beuftragt.



2005

Zur Leiterin des Wohnheimes ernannte der Träger Gabriella Dávid.

Die feierliche Namensgebung der Bildungseinrichtung, das Festprogramm – Valeria-Koch findet am 21. April statt.

Aus diesem Anlaß präsentieren die Schulen auch ihr Projekt, das sich mit Eßgewohnheiten und anderen Bräuchen der Ungarndeutschen beschäftigt.