Kiemelt rendezvényeink a millenniumi időszakban ~ Koch Valéria emléknapok: Elisabeth Pfaff Pavlekovics - Projektbeschreibung

Kiemelt rendezvényeink a millenniumi időszakban ~ Koch Valéria emléknapok: Maria Wolfart-Stang (z.Z. Bonn) - Erinnerung an Valeria Koch

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Béla Szende - Über Valéria Koch (Projekt der Klasse 8.b)

"Als Anfang der siebziger Jahre die Neue Zeitung den Wettbewerb ˝Greift zur Feder!˝ ausschrieb, meldete sich eine Menge von Deutschschreibenden. Unter ihnen befand sich auch die 1949 geborene, damals an der Szegediner József-Attila-Universität Germanistikstudentin, Valeria Koch. 1974 erschienen die aus dem Ertrag der Ausschreibung ausgewählten Gedichte und Kurzgeschichten in der Anthologie ˝Tiefe Wurzeln˝.
Damit begann eine neue Epoche in der Geschichte der deutschsprachischen Literatur in Ungarn. Die Autoren waren von unterschiedlichem Beruf: Maurer, Bergleute, Bauern, Pädagogen und Akademiker. Besonders reif erwiesen sich die Gedichte der Studentin Valeria Koch. Als Ungarndeutsche war sie eine derer, die sowohl in der ungarischen als auch in der deutschsprachigen, ja, in der Weltliteratur bereits ziemlich bewandert waren. Ihre Gedichte sprachen nicht nur die Leser aus der deutschen Minderheit in Ungarn, sondern auch Literaturfreunde mit Deutschkenntnissen an.
Als Valeria Koch ihr Studium an der Universität begann, war sie sprachlich bereits ansehnlich gerüstet: sie brachte die Mundartkenntnis aus der Familie, aber auch die Hochsprache war ihr schon als Kind nicht unbekannt, denn ihr Vater, Leo Koch, sonst Pflanzenschutzagronom von Beruf, schrieb Kurzgeschichten, die zunächst in der deutschsprachigen Sendung von Studio Pécs/Fünfkirchen gelesen und dann einige auch in eine Anthologie aufgenommen wurden. Im Klára-Leőwey-Gymnasium hatte sie in der deutschen Sprache besonders gut bewanderte Lehrerinnen. Das Studium an der Universität erweiterte ihren geistigen Horizont. Kein Wunder, dass sie auf die Idee kam, mit dem damals in Ungarn nicht besonders positiv eingestuften Philosophen Heidegger in Briefkontakt zu kommen. Als der Briefwechsel unter den Student/innen bekannt wurde, wollten alle, inklusive Professoren und Polizei, die Studentin kennen lernen, die zu einem "westdeutschen" Philosophen mit einem nicht besonders eindeutig politikfreien Hintergrund Kontakte pflegt. Die sprachliche Besonderheit und Einmaligkeit von Heidegger zogen sie mehr als seine Philosophie an. Außerdem mochte Valeria Koch doch schon damals, sich als eine sonderbare Persönlichkeit darzubieten. Dies übrigens kam sowohl ihrem Werk als auch dessen Leser zugute.
Eine kurze Zeit unterrichtete sie in ihrer früheren Alma mater in Fünkirchen, ging dann zur Neuen Zeitung (Wochenblatt des Ungarndeutschtums) nach Budapest, studierte dort Philosophie und Journalistik, pflegte Kontakte zu dem Philosophen Tamás Nyíri und dem Dichter János Pilinszky und vielen anderen Berufsgenossen und Genossinnen. Ihre Werke, die in den Anthologien und in ihren Autorenbänden erschienen sind, zeugen von einem fortlaufenden Aufstieg an Themenwahl, dichterisch-sprachliche Formgebung und Autorität. Wir können mit Recht feststellen: Valeria Koch ist ein dichterischer Einzelfall, den es vielleicht alle hundert Jahre einmal gibt. Erst recht in der ungarndeutschen Literatur.
Die Tiefe des Gedankengutes, die handwerkliche Fertigkeit und die Absicht, sowohl ethnische als auch nationle Schranken außer Acht zu lassen, hatten zur Folge, dass Valeria Kochs Werk mit der Zeit als Teil der deutschsprachigen und der internationalen Frauenlyrik des 20. Jahrhunderts anerkannt und in Evidenz geführt wird.
Die schwere Krankheit mit der unumgänglichen Todesperspektive 'soll' viele Künstler zum Umdenken veranlasst haben. Ob es sich im Gedicht 'Herr' von Valeria Koch um ein 'sehr religiöses Gedicht' handele, kann ich nicht entscheiden. Ich vermute, dass da auch etwas wie eine ironische Herausforderung mit dabei ist. In der Schöpfungsgeschichte steht doch nach jedem vollenden Tag: "und Gott sah, dass es gut war." Weist vielleicht das Gedicht auch darauf hin, dass der Allmächtige etwa nicht an die möglichen Konsequenzen dachte?
Die Antwort muss der Leser finden. Zitieren wir das Gedicht:



Herr mit allen Konsequenzen
Deiner Schöpfung

1987

Die Autorin war gläubig, aber nicht fromm im herkömmlichen Sinne des Wortes. Ihre Kontakte zu anderen frommen Menschen zeugen davon, dass sie sich für die Religion mehr als ein Phänomen, denn als Pflichtenregelung interessierte. Ich glaube, dass es wichtiger ist, die Lyrik und Prosa Valeria Kochs zu lesen als wissenschaftlich deuten zu wollen.

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