Liebe Valeria,
hast du uns gesehen? In diesen schönen
Frühlingstagen ging es um dich.
Hast du die Kinder gesehen?
Wir haben ihnen stundenlang erzählt. Über deine Heimat,
über deine Kindheit. Wir haben ihnen Bilder und Bücher
gezeigt.

Hast du die Kinder gesehen? Sie haben sich deine
Gedichte Atem zurück haltend angehört. Manchmal haben wir
Angst gehabt, ob sie ihren Sinn begriffen haben. Ihre Gedanken aber
haben uns überzeugt. Und für einige Stunden hatten wir
"kein Haus, kein Auto, kein Telefon", dafür waren wir
aber "immer schon, wer wir sind".
Wir haben die Seele
der Bäume gesehen, wir haben es endlich geglaubt, dass sie im
Winter "schlafen, und blätterlose Träume haben".
Wir haben ja geträumt.
Wir haben den Mann im Mond besucht,
und "die holden Mondes- Tiere" gesehen. Wir haben mit ihnen
gemeinsam gelacht und gespielt, auch unser Leben "ist ein
Märchen".
Hast du die Kinder gesehen? Sie haben dich
verstanden, was dich einmal traurig gemacht hat, hat auch sie jetzt
verstimmt. Das Jahr 2086 konnten sie sich vorstellen. "Die
verkohlten Stengel, die Asche im grauen Wind", die Spuren der
ehemaligen Natur haben uns echt geschienen und erschreckt.
Gruppen
von Kindern haben über den riesengroßen Papieren gekniet,
Bilder und Farben gesucht, Flecke und Figuren gemalt. Sie haben nicht
nur Illustrationen geschaffen, die Gedichte haben eine neue Form
bekommen, und diese Form haben die Gedanken der Kinder
gestaltet.
Hast du die Kinder gesehen? Wie sie sich den ganzen Tag
lang über dein Grün 2086 Gedanken gemacht haben? Um eine
bessere Laune zu haben, haben wir über deinen Sommertagstraum
mit der Hand gemalt. Blaue Teiche, Wolken, stille Wälder mit
Lichtungen, winkende Segel, alles mit Fingerabdrücken, das hat
den Kleinen Spaß gemacht!
Liebe Valeria! Hast du uns
gesehen? Ich glaube, ja. Und du hast dich gefreut.